Ankuendigung
iml-Logo
Institut für Mathematisches Lernen - Grindelberg 45 - 20144 Hamburg - Telefon 040-4224221


20 Jahre Institut für Mathematisches Lernen -  Studientag am 24. Februar 2012, 13 bis 19 Uhr,  Universität Hamburg, Pädagogisches Institut

Achtung: Die meisten Workshops sind bereits ausgebucht. Teilnahme nur nach bestätigter Anmeldung möglich.

Im Februar 1992 wurde das Institut für Mathematisches Lernen Hamburg gegründet. Wir blicken auf 20 Jahre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zurück, die massive Probleme mit dem Erwerb der mathematischen Grundlagenkompetenzen haben. In dieser Zeit hat sich die Wahrnehmung dieser Schwierigkeiten in Schule wie auch Elternhaus deutlich verändert: In den Anfängen unserer Arbeit kam es häufig vor, dass Kinder als dumm oder faul abgestempelt wurden, wenn ihnen das Rechnen schwer fiel. In diesem Maße ist das heute sicher nicht mehr so.
Aber auch nach 20 Jahren, in denen wir versuchten, unseren Teil Aufklärung über das „Phänomen Rechenschwäche“ zu leisten, besteht immer noch viel Informationsbedarf. Noch immer gibt es Vorurteile – wenn auch nicht mehr so extrem! Noch immer gibt es (gut gemeinte, aber doch) falsche Ratschläge – z. B. „Mehr Üben“! – wenn auch nicht mehr so häufig.
Wir nutzen die Gelegenheit unseres runden Jahrestags, weiter über dieses Thema zu informieren, und zwar auf einem Studientag mit 9 Veranstaltungen rund um das Thema Rechenschwäche/Lernstörungen. Als ReferentInnen haben wir vor allem Praktiker aus dem lerntherapeutischen Bereich gewonnen, die Erkenntnisse, Erfahrungen und Empfehlungen an LehrerInnen, Fördernde und Eltern weitergeben werden. Auf dem Studientag werden wir außerdem ein Evaluationsinstrument zur Qualitätssicherung unserer lerntherapeutischen Arbeit vorstellen, das in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Hannover entwickelt wurde.

Fachprogramm  (Workshops von jeweils 90 min Länge mit Gelegenheit zur Diskussion)

Veranstaltungsblock I, jeweils 13.30 bis 15.00 Uhr

Albrecht Gründler  Institut für Mathematisches Lernen Hamburg
Finger – Bilder – Rechnen. Förderansatz für den Zahlraum bis 10
Die Finger sind für die meisten Kinder ein naheliegendes und vertrautes Medium der Zahldarstellung – häufig allerdings nur als Hilfsmittel zum Zählen. Albrecht Gründler stellt das am IML Hamburg entwickelte praxiserprobte Förderprogramm zum Aufbau des kardinalen Zahlenverständnisses im Zahlraum bis 10 vor.

Dr. Inga Diop  Institut für Mathematisches Lernen Braunschweig
Frühförderung zur Prävention von Rechenschwäche
 „Frühförderung“ ist in aller Munde. Frau Dr. Diop gibt aus lerntherapeutischer Sicht Hinweise, welche Kompetenzen Kinder im Übergang vom Kindergarten zur Schule entwickeln müssen und informiert über typische Stolpersteine auf dem Weg zum Zahlbegriff. Neben der Zahlbegriffsbildung werden pränumerische Inhalte thematisiert.

Anita Rudolph  Institut für Mathematisches Lernen Hamburg
Rechenschwäche in der weiterführenden Schule
Kinder, die in der 5. oder 6. Klasse Probleme mit der Mathematik haben, scheitern häufig nicht erst am aktuellen Schulstoff. Oft machen sich erst jetzt elementare Probleme geltend, die bis dahin mehr oder weniger erfolgreich verborgen werden konnten: durch Auswendiglernen oder subjektive Strategien, die jedoch bei zunehmender Komplexität des Stoffes immer weniger greifen können. Der Workshop möchte für diese Problematik sensibilisieren sowie Möglichkeiten der Bewältigung aufzeigen und zur Diskussion stellen.

Veranstaltungsblock II, jeweils 15.30 bis 17.00 Uhr

Michèl Nitschke  Fachhochschule Hannover
Qualitätssicherung in der lerntherapeutischen Arbeit – Evaluation IML Hamburg
Michél Nitschke stellt Design und aktuelle Ergebnisse der Zufriedenheitsbefragung vor, die als Evaluationsinstrument im Auftrag des Instituts für Mathematisches Lernen Hamburg entwickelt wurde. Mit diesem Instrument werden die Zufriedenheit mit der Beratung, dem Therapieverlauf, die Entwicklung der schulischen Leistungen in Mathematik sowie der psychischen Stabilisierung systematisch erfasst und für die Entwicklung der lerntherapeutischen Arbeit im Institut nutzbar gemacht.

Aljoscha Jegodtka  Institut für Therapie der Rechenschwäche Lübeck
Qualitative Diagnostik mathematischen Denkens rechenschwacher Kinder 
Ausgangspunkt jeder angemessenen Förderung ist das Wissen und Können des Kindes. Dafür ist eine (Förder-)Diagnostik notwendig, mit der die Stärken und Schwächen des Kindes erkannt werden können. Im Workshop werden Anforderungen an eine qualitative Diagnostik diskutiert, die nicht nur Rechenschwäche identifiziert, sondern zugleich und vor allem die Entwicklung eines adäquaten Förderplans ermöglicht.

Hans-Joachim Lukow  Zentrum für angewandte Lernforschung / Osnabrücker Zentrum für mathematisches Lernen
Stolpersteine im mathematischen Anfangsunterricht
Schulbücher gelten als sicherer Rahmen für den Unterricht – doch auch Schulbuchautoren tun sich gelegentlich schwer mit arithmetischen Grundlagen. Die Zahlaspekte kardinal, nominal und ordinal richtig zu unterscheiden, gelingt nicht immer. Manchmal wird empfohlen, die geraden und ungeraden Zahlen einfach auswendig zu lernen. Nach der Kritik, wie man es nicht machen sollte, gibt es Beispiele für eine sachgerechte Erarbeitung im Unterricht.

Veranstaltungsblock III, jeweils 17.30 bis 19.00 Uhr

Max Richter  Institut für Rechenschwäche-Therapie Berlin
Früherkennung von Rechenschwäche im pränumerischen Bereich
Grundschullehrer/innen stehen im mathematischen Erstunterricht zunehmend vor der Aufgabe, den Schülern die pränumerischen Voraussetzungen mathematischen Lernens zu vermitteln. Im Workshop werden Überlegungen zu Diagnostik und Förderung im Bereich Pränumerik vorgestellt. Präsentiert wird ein qualitativer Kurztest, den der Referent in Kooperation mit dem Schulpsychologischen Beratungszentrum Berlin-Tempelhof/Schöneberg entwickelt hat.

Matthias Müller  Institut für Entwicklungs- und Lerntherapie Hamburg „Schreib wie du sprichst???“ - Über die Kunst mit nur 30 Buchstabenzeichen die lautliche Vielfalt der gesprochenen Sprache „einzufangen“. Diagnostik und Förderung bei Legasthenie (LRS)
In seinem Workshop gibt Matthias Müller Einblicke in Strukturen und Systematik der deutschen Buchstaben-Schrift und zeigt, wie sich – zum Teil komplex – lautsprachliche Prozesse (Artikulationen) in unserem Schriftsystem abbilden. Hieraus ergeben sich wichtige didaktische und diagnostische Einsichten, die bei der schulischen und therapeutischen Begleitung nicht nur legasthener Kinder und Jugendlicher von Bedeutung sind.

Michael Wedel  Institut für Entwicklungs- und Lerntherapie, Hamburg
Teufelskreis Lernstörung – Psychischer Druck in Elternhaus und Schule
Eine Lernstörung ist zwar keine Krankheit, aber der psychische Druck, unter dem die Betroffenen stehen, ist oft so groß, dass er krank macht. Daher muss gezielte inhaltliche Hilfe immer auch einhergehen mit einer psychischen Entlastung. Der Kinder- und-Jugendlichen-Psychotherapeut Michael Wedel untersucht in seinem Workshop den Teufelskreis Lernstörung und Möglichkeiten seiner Durchbrechung.

Rahmenprogramm

  • Büchertisch mit Materialien zum Thema Lernschwierigkeiten
  • Gespräche mit den anwesenden Referenten über schulische Lernstörungen
  • Lerntherapeuten als fachliche Ansprechpartner für Lehrkräfte und Eltern

Zeit: Freitag, 24. Februar 2012, 13–19 Uhr
Ort: Universität Hamburg, Pädagogisches Institut, Von-Melle-Park 8

Der Unkostenbeitrag für die Teilnahme am Studientag beträgt 30,00 €.